Türkei | Reisetipp | Mit dem Unimog in den Dörfern des Taurus

Es ist nicht einfach die ganze Familie für einen Ausflug zu begeistern. Schon gar nicht wenn es um Kultur geht! Das hat meine Mutter sich damals wohl auch gedacht als uns ein Unimog am Hotel abgeholt hat und wir entsetzt den Reisebus gesucht haben. 😀 „Mama, ist das dein Ernst? Wir haben weiße Sachen an!

Es war ziemlich bewölkt und ein bisschen frisch also meiner Meinung nach das perfekte Wetter um einen kulturellen Ausflug zu machen und so fuhren wir mit zwei weiteren Unimogs ins Taurusgebirge. Die Unimog Tour ist nicht unbedingt etwas für schwache Nerven und auch nichts für Kleinkinder, da sie sehr Actionreich ist. Wer Abenteuer mag, wird die Safari Tour lieben!

Unser erstes Ausflugsziel war der Wasserfall in Manavgat. Manavgat liegt etwa 80 km östlich von Antalya und etwa 5 km nordöstlich von  Side landeinwärts am gleichnamigen Fluss. Ein Besuch des Städtchens lohnt sich vor allem wegen des 4 km oberhalb gelegenen Wasserfalls. Der natürliche Wasserfall ist zwar nicht sehr hoch, aber von seiner Breite her sehr imposant. Die schattige, grüne Flusslandschaft ist besonders in den heißen Sommermonaten ein beliebtes Ausflugsziel. Man kann sich überall hinsetzen und ein bißchen den Schatten genießen oder einfach mal, allerdings je nach Wasserstand, die Füsse im Wasser baumeln lassen, um sich so ein bißchen Abkühlung zu verschaffen. Direkt am Ufer des Flusses bieten Restaurants frische Forellen an.

Wenige Kilometer nördlich des Manavgat-Wasserfalls erreicht man die von Seldschuken auf römischem Fundament errichtete Naras-Brücke. Sie gehört zu den Brücken, die Seldschuken für ihre Karawanenstraßen bauten. Wir hatten noch das Glück und durften sie mit dem Unimog überqueren. Da wurde man schon leicht nervös und der ein oder andere ist auch ausgestiegen und wollte die Brücke lieber zu Fuß überqueren. Zwichenzeitlich wurde die Brücke wegen Einsturzgefahr für Fahrzeuge aller Art gesperrt und saniert.

Um ein bisschen Zeit mit den Einheimischen zu verbringen und dort einen Einblick in deren Leben abseits des Tourismus zu bekommen, fuhren wir durch Pinienwälder über Stock und Stein in ein kleines Dorf. Strahlend kam und schon ein kleines Mädchen mit einer Ziege entgegen. „Hoş geldiniz!“ (Herzlich Willkommen)

Das Leben wirkt hier so leicht und unbeschwert und ich finde sowas immer sehr inspirierend. Plötzlich empfindet man es als lächerlich, dass man irgendeinen Wertgegenstand unbedingt haben wollte und stellt es in Frage. Ich bin ein totaler Fan davon, einen Einblick ausserhalb der Tourismusbranche zu bekommen und finde es toll, dass sowas in eine Safari mit aufgenommen wurde.

Kurz darauf besuchten wir die Ruine Seleukeia. Die Antike Stadt liegt idyllisch mitten im Wald, absolut ruhig und abgelegen. Aufgrund der kleinen und etwas holprigen Zufahrtsstraße, waren keine Reisebusse vor Ort. Wir hatten die Ruinen also fast für uns allein. Das macht den Ort natürlich noch spannender. Da historische Ausgrabungen erst 1972 begannen, ist noch nicht viel über die Geschichte der antiken Stadt bekannt. Freigelegt wurden unter anderem eine ziemlich gut erhaltene Agora, die Grundmauern einer byzantinischen Kirche, Tempelanlagen sowie ein 9 m hohes Gebäude welches vermutlich als Therme diente.

Hier kann ich mich auch noch sehr an einen unglaublich lustigen Moment erinnern. Meine Mama ist immer besorgt um ihre Kinder, auch wenn wir schon groß sind und mein Bruder war total begeistert von den Ruinen, ist dann dort geklettert und hatte irgendetwas entdeckt, weshalb er ziemlich schnell gegangen ist „Jetzt lauf doch nicht so schnell über die ganzen Steine, du fällst sonst noch hin…“ rief meine Mutter. Kaum war der Satz beendet, da saß meine Mutter schon selbst im Gras und war gestolpert. 😀 Sie hat sich natürlich nicht verletzt, deswegen haben wir auch darüber gelacht 😀

Unsere Unimog Safari ließen wir im Restaurant Turistik Tesisleri mit einer fantastischen Aussicht bis aufs Meer ausklingen. Hier ist es wirklich ruhig und überhaupt nicht von Touristen überlaufen. Ein Besuch lohnt sich.

Reisetipp: In den heißen Sommermonaten, fällt der Besuch bei den Einheimischen aus und wird duch eine Wasserschlacht ersetzt. Bitte lasst unbedingt eure Kamera (zumindest die teure) im Hotelsafe. Hier werdet ihr wirklich richtig nass und es ist auch nicht verkehrt ein Handtuch mitzunehmen!

Insgesamt ging unsere Tagestour 8 Stunden und wir haben 20€ pro Person bezahlt. Das Essen war inklusive. Letztes Jahr hätte ich diese Tour gerne wieder gebucht aber durch einen schweren Unfall bei einer Jeep Safari der ein paar Tage zuvor passierte, hatte der Bürgermeister ein vorübergehendes Verbot für alle Jeep und Unimog Safaris ausgesprochen.

 

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